Es wurde Zeit – Erster Teilwettbewerb der Deutschen Meisterschaft F4 Scale in Karlsruhe

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Insgesamt 23 Piloten sind der Einladung gefolgt. Einige von ihnen sind schon am Donnerstag angereist und haben den bestens vorbereiteten Platz für abschließende Trainingsflüge genutzt. Alle teilnehmenden Piloten mussten sich und ihre Begleitpersonen im Vorfeld anmelden. Da alle Teilnehmenden die 3G-Regel erfüllten gab es aus pandemischen Gesichtspunkten keine Probleme.

Beim Scale-Wochenende in Karlsruhe wird der 1. Teilwettbewerb zur deutschen Meisterschaft in F4C und F4H ausgeflogen. In normalen Zeiten wird auch jährlich der National-Kader ermittelt. Da aber die Scale WM in Norwegen abermals verschoben wurde und der Kader bereits steht erübrigte sich dies in diesem Jahr. Leider war wohl deshalb die Teilnehmerzahl in den beiden Scale-Klassen F4C und F4H mit je 4 Teilnehmern nicht so gut besucht wie in den vergangenen Jahren. Der DMFV fliegt in Karlsruhe einen Teilwettbewerb des ESC – Euro Star Cup, in diesem Jahr mit 11 Teilnehmern. In der gemeinsam gewerteten Einsteiger- bzw. Sportklasse starteten 4 Teilnehmer, allesamt vom FSV Karlsruhe.

Am Freitagnachmittag waren bereits alle Piloten der Klasse F4H und auch die Punktwerter anwesend. So konnte die Baubewertung bereits am frühen Abend abgeschlossen werden. Am Samstagmorgen pünktlich um 08:30 Pilotenbriefing und um 09:00 war die 1. Maschine in der Luft. Parallel fand die Baubewertung in F4C und in der Expertklasse des ESC statt. Die Sportklasse konnte bereits kurz nach 10:00 ihren 1. Durchgang fliegen. Diesmal waren 3 Teilnehmer der Sportklasse völlige Wettbewerbsneulinge und konnten es kaum abwarten ihren 1. Durchgang zu fliegen.

Die Sportklasse ist der ideale Einstieg in die Scale Fliegerei. Es gibt noch keine Baubewertung. Das Modell muss lediglich ein Vorbild haben. Geflogen werden die gleichen Figuren wie in den Scale-Klassen. Man kann also auch gerne mit einem ARF-Modell teilnehmen und seine ersten Erfahrungen sammeln. Was man nicht weiß erklären einem die erfahreneren Wettbewerbspiloten. So gibt es auch gerne Tipps zum korrekten Fliegen der Figuren von mehrfachen ESC Siegern, Deutschen Meistern oder Weltmeistern. Bei den Scale-Wettbewerben herrscht immer eine kameradschaftliche und hilfsbereite Stimmung.

Die Witterungsbedingungen waren dieses Jahr suboptimal für einen Scale-Wettbewerb. Fürs Drachensteigen wäre der Wind perfekt gewesen aber Scale Fliegen bei bis zu 8 m/s mit historischen Doppeleckern ist kein Spaß, wurde aber dennoch von allen Beteiligten souverän gelöst. Es gab keine Ausfälle zu beklagen, im Gegenteil, es gab auch in diesem Jahr wieder neues zu sehen. So führte Klaus Ernst, ein alter Hase in der ESC-Runde, seine neue Robin DR400/180R mit 3,5 Meter Spannweite vor. Walter Keller präsentierte seine Bonanza V35, ebenfalls mit mehr als 3,5 Metern Spannweite. Walter Keller zeigte nach einigen Jahren Pause in der Wettbewerbsszene, dass er nichts verlernt hatte. Auch ein besonderer Hingucker war die zweimotorige De Havilland DH.98 Mosquito, gesteuert von Klaus Seemann. Aber nicht nur optisch, sondern auch akustisch ein Genuss, wenn die beiden Zenoa Motoren, sauber synchron, die Maschine tief über den Platz jagen, bekommt man eine Gänsehaut. Auch immer wieder ein optischer wie akustischer Leckerbissen die PZL TS-8 von Andreas Hirsch, der am Ende die Gesamtwertung im ESC gewonnen hat.

Die größte Überraschung war aber wohl Matthias Hausmann mit seiner Robin DR400/180R mit 2,9 Metern Spannweite und nur 12,8 kg Startgewicht. Matthias startete mit seinen erst 15 Jahren in F4C, der höchsten Scale-Klasse. Obwohl die Maschine noch nicht in allen Details fertig ist konnte er prompt den 2. Platz in der Baubewertung und am Ende sogar den 2. Platz in Gesamtbewertung in F4C erreichen. Man kann nur hoffen, dass der junge Kerl weiter Spaß am Modellflug behält. Die Scale-Szene braucht dringend Nachwuchs.

Man muss sagen trotz widriger Verhältnisse wurden tolle Flüge gezeigt. In allen Sportklassen konnten drei Durchgänge geflogen werden. Die Stimmung unter der teilnehmenden war hervorragend. Jeder war froh mal wieder an einem Wettbewerb teilgenommen zu haben. Auch die Einsteiger haben bereits ihre Zusage für den nächsten Wettbewerb in Longkamp kundgetan.