Simon Schröder: Gewinner des World Soaring Cups

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„Diesmal ist der Gewinner des World Soaring Cup gleich ein zweifacher Weltmeister. Der Cup geht an Simon Schröder für sein herausragendes Abschneiden bei der Segelflug-Weltmeisterschaft der Standardklasse 2021 in Montluçon, Frankreich. Er holte dort die 2021 bei Weltmeisterschaften meisten der erzielbaren Punkte. Im Jahr zuvor hat der heute 25-Jährige die Weltmeisterschaft der Junioren in Szeged, Ungarn, in der Standardklasse für sich entschieden.

Ungewöhnlich ist nicht nur der Doppelsieg dieses Blondschopfs bei Junioren wie Senioren als bisheriger Gipfel seiner Segelflugkarriere, es ist auch sein außergewöhnlicher Werdegang zum Segelflieger und Wettbewerbspiloten. In Deutschland konnte man schon immer mit 14 Jahren mit dem Segelflug beginnen, Simon startete viel früher. Schon als Kind saß er bei seinem Opa mit im Doppelsitzer. Simon Schröder: „Mit zehn Jahren hatte ich bereits 100 Flugstunden!“ Mit elf Jahren fügte er seinen Namen mit dem des Großvaters in die Wertungslisten des Online Contest. „Ich habe damals jede Gelegenheit zum Segelfliegen genutzt“, sagt der Doppelweltmeister: „Nach der Schule haben wir am Nachmittag mit der Familie Schulbetrieb aufgezogen.“

Bei Schröders in Bad Wörishofen, im Süden Deutschlands am Rande der Alpen, sind alle Segelflug minded. Die Mutter über ihren Vater, Simons Großvater, die Schwestern und natürlich der Vater, der Weltmeisterschafts-erprobte Robert Schröder. Simon: „Mein Vater hat mich schon früh gefördert.“

Als Co im Doppelsitzer gewann Simon erste Wettbewerbserfahrung. Schon mit 16 Jahren qualifizierte er sich für die Deutschen Segelflug-Meisterschaften und das gleich mit vier Tagessiegen. Simon Schröder: „Von da an stand ich unter Beobachtung.“

Sein Weg in die Weltspitze war so früh vorgezeichnet und das mit viel Ehrgeiz untermauert. In seinem Verein, dem SFC Bad Wörishofen, wissen die Kameraden von Simon: Der hat schon früh gesagt: „Ich will mal Weltmeister werden“. Vor allem ging es Simon darum, gut zu fliegen. Simon Schröder: „Den Dokumentations-Film über die Segelflug-Weltmeisterschaften in Neuseeland habe ich mir bestimmt 100mal angesehen.“ Sein Wunsch damals: „So will ich einmal fliegen.“

Heute weiß er, Wettbewerbsfliegen ist sehr anstrengend und hat seinen Preis, insbesondere wenn man so ehrgeizig rangeht wie er. Simon: „Wenn es nicht so lief, war ich oft geknickt. Ich war dann unzufrieden, auch wenn ich eigentlich gut abgeschnitten hatte. Mentale Stärke habe ich dann dank meiner Mutter wiedergefunden, die mich bei fast allen Wettbewerben unterstützt hat.“ Bei den coronabeschränkten Weltmeisterschaften hat er die Hilfe bei Teamcaptain und Coach gefunden.

Sehr gerne fliegt Simon Schröder heute auch frei. Da gefällt ihm besonders, dass er kreativ agieren kann.

Airline-Pilot wie der Vater und so viele, die mit Segelfliegen früh in die Fliegerei starten, wollte Simon Schröder nicht werden. Er hat Betriebswirtschaft studiert und will dem Fliegen auch künftig lieber als Sport frönen.“

Gerhard Marzinzik