Offene Deutsche Modellflug-Meisterschaft F3Speed

  • von

Am Start waren 26 Piloten, vier davon aus dem Ausland bzw. aus Schweden, Italien, Frankreich und sogar aus Australien. 

Wir haben an diesem Wochenende vier Durchgänge geschafft und waren damit sehr zufrieden. Die Teilnehmer traten in folgenden Klassen gegeneinander an:

F3Speed-A: Kolbenmotor Hubraum 0,00- 3,5cm3F3Speed-B-D: Kolbenmotor Hubraum 3,51-15,00 cm3F3Speed-F-Limited: Elektromotor Energiequelle freigestellt, max. 72V Klemmspannung ohne Belastung, Akkugewicht max. 20% des FAI-Gewichtes F3Speed-F72: Fläche Elektromotor Energiequelle freigestellt, max. 72V Klemmspannung ohne BelastungF3Speed-F42: Fläche – Elektromotor Energiequelle freigestellt, max. 42,56V Klemmspannung ohne Belastung                                  F3Speed-H72: Hubschrauber Elektromotor Energiequelle freigestellt, max. 72V Klemmspannung ohne Belastung,F3Speed-H42: Hubschrauber Elektromotor Energiequelle freigestellt, max. 42,56V Klemmspannung ohne Belastung, max.5 kg

Da sich viele der Piloten in zwei oder drei Klassen angemeldet hatten, gab es 50 Starter im Wettkampf.

Ballenstedt zeigte sich wettermäßig in allen denkbaren Facetten: Von sommerlichen 30 Grad am Freitag über tiefhängende Wolken am Samstag, die den Beginn des Wettbewerbs bis in den früheren Nachmittag verzögerten. Der Sonntag war wieder sonnig und windig, aber das störte die Piloten in keinster Weise. Um 13:00 Uhr wurde der Wettkampf beendet.

F3Speed-A

In der Klasse F3Speed-A wurde hart gekämpft und die Geschwindigkeiten haben einen enormen Sprung gemacht. Die Plätze eins bis vier zeigten über 300 km/h und überwanden damit die alte Schallmauer. Die gezeigten Geschwindigkeiten lagen nahe beieinander, was die Klasse sehr spannend machte.
Platz 1 belegte Stefan Winkler mit 317 km/h, gefolgt von Harry Boos mit 313 km/h. Mit nur einem km/h weniger, also 312 km/h, belegte Mario Felden den 3. Platz.

Bemerkenswert in dieser Klasse ist, dass es sehr viele unterschiedliche Konzepte/Flieger gibt und sich kein Konzept als allen anderen überlegen zeigt. Die Piloten nutzen ausschließlich selbstgebaute Modelle. Da werden wir in den kommenden Jahren noch einen Leistungssprung erwarten können. Untereinander wurde sich gegenseitig angespornt und unterstützt, aber trotzdem nichts geschenkt.

F3Speed-B-D

In der Klasse F3Speed-B-D gab es ebenfalls drei Piloten, die Geschwindigkeiten über 300 km/h erzielen konnten. Mit 333 km/h wurde Carsten Göpf Deutscher Meister, gefolgt von Mario Felden mit 325 km/h und Stefan Winkler mit 306 km/h. Da ist normalerweise mehr möglich. Spannend war besonders Marios Modell, das mit einem leisen Flüsterantrieb ausgestattet ist. So ein Modell ist auf jedem Modellflugplatz fliegbar.

Helikopter

Die Helikopterpiloten traten wieder in zwei Klassen an, wobei sich die Klasse H72 als sehr beliebt herausstellte. Hier gab es Flüge über 300 km/h zu sehen. Deutscher Meister wurde mit 310 km/h Holger Giersiepen, gefolgt von Marian Waßmuth mit 300 km/h und Robert Sixt mit 294 km/h. Hier zeigte der starke Wind seinen Einfluss.

In der Klasse H42 war das Starterfeld deutlich kleiner. Auch hier wurde um jedes km/h gekämpft. Am Ende konnte sich erneut Holger Giersiepen mit 292 km/h behaupten und wurde damit Deutscher Meister. Robert Sixt flog mit 282 km/h auf den 2. Platz, gefolgt von Jonathan Stampa mit 266 km/h. Es ist schön zu sehen, dass die jungen Helipiloten nachrücken und sich von Jahr zu Jahr steigern!

Schön ist auch zu beobachten, dass der Wettkampf zwar an vorderster Stelle steht, man sich aber trotzdem  untereinander hilft. Marian Waßmuth von YGE nahm sich sogar während des Wettkampfes die Zeit, um unseren internationalen Kollegen bei den Programmierungen/ Einstellungen behilflich zu sein. 

F-Limited

Die Elektroflächenflieger waren dieses Wochenende definitiv am schnellsten unterwegs. Drei Klassen wurden geflogen. In F-Limited waren viele junge Piloten unterwegs, die sich nichts schenkten. Am Ende gewann Tim Moldtmann mit 429 km/h und wurde so Deutscher Meister. Markus Schweinhuber erreichte 412 km/h, gefolgt von Simon Wienskowsky mit 387 km/h.

F42

In F42 wurde trotz kleinem Starterfeld hart gekämpft und die Geschwindigkeiten lagen relativ nah beieinander. Oliver Zanker hatte am Ende die Nase vorne und wurde mit 492 km/h Deutscher Meister. Den 2. Platz belegte Daniel Löw mit 473 km/h, knapp dahinter mit 469 km/h Markus Schweinhuber.

F72

Die größte Beliebtheit zeigte Klasse F72. Hier gab es viele Flüge über 500 km/h zu sehen. Am Ende siegte Tim Moldtmann mit 524 km/h deutlich vor Oliver Zanker mit 505 km/h. Nur ein km/h dahinter kam Markus Schweinhuber auf Platz 3. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie sich jeder über seine Steigerungen am Ende freuen kann.

Überrascht wurden wir von dem Medieninteresse. Am Freitag hatten wir Besuch von der Mitteldeutschen Zeitung Quedlinburg. Die Reporterin informierte sich umfassend und brachte am Samstag einen schönen Bericht in die Wochenendausgabe. Sonntag kam das MDR-Fernsehen aus Magdeburg, filmte das Wettkampfgeschehen und interviewte einige Piloten. Der Beitrag wurde Sonntagabend gesendet.

Leider hatten wir dieses Wochenende auch einige Abstürze zu beklagen, aber das gehört bei diesem Sport dazu. Die Maschinen sind auf Hochleistung gezüchtet, sodass der kleinste technische Ausfall oder Flugfehler sofort bestraft wird.

Siegerehrung

Mit der Siegerehrung am Tower fand die Deutsche Meisterschaft ihren abschließenden Höhepunkt. Zusätzlich zu den Urkunden und Medaillen erhielten die drei schnellsten Piloten von Helikopter, Fläche und Verbrenner einen Pokal. Alle freuen sich schon jetzt aufs nächste Jahr.

Ganz herzlich möchten wir uns bei unseren Sponsoren Scorpion Power System und Young Generation Elektronics bedanken, deren finanzielle Unterstützung unseren Wettkampf erleichterte. Sogar Werbeartikel, Werkzeug und anderes gab es in diesem Jahr, die wir – zur Freude der Piloten – für eine Tombola nutzten.

Ein besonders großes Dankeschön geht an das Team vom Flugplatz rund um Uwe Gröschler für die komplett reibungslose Zusammenarbeit.

Kristina Moldtmann